Review: Carpe Diem – Genieße den Tag. Sinnlich Kochen mit Franz Fuiko, Collection Rolf Heyne VerlagRezension: Carpe Diem – Genieße den Tag. Sinnlich Kochen mit Franz Fuiko, Collection Rolf Heyne Verlag

Carpe-Diem„Carpe Diem; Finest Fingerfood: Geniesse den Tag. Sinnlich Kochen mit Franz Fuiko“ published 2014 by Collection Rolf Heyne Verlag

****: This is not a book for the daily cooking but for celebrating food on a higher level. The Austrian author Franz Fuiko is Chef in his gourmet restaurant in Salzburg and he teaches us, how to celebrate cooking and enjoying food. It is a cookbook for food lovers, who don’t hesitate to invest time and effort to achieve the best taste ever. Beautiful photos present the sensual and passionate food celebration of Franz Fuiko.

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Carpe-Diem„Carpe Diem; Finest Fingerfood: Geniesse den Tag. Sinnlich Kochen mit Franz Fuiko“ published 2014 by Collection Rolf Heyne Verlag

****: Hier wird die Kunst zu Genießen neu definiert. Dies ist kein Buch für den normalen Alltag. Es ist vielmehr ein Kochbuch der besonderen Art für alle Genussmenschen, die keine Zeit, Aufwand und Hingabe scheuen, das Kochen und Genießen zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Wunderschöne Fotos vermitteln die sinnliche und leidenschaftliche Küche von Franz Fuiko.

„Genieße den Tag – Carpe Diem“ ist ein schöner Vorsatz für Kochverrückte, denn Kochen ist eine Notwendigkeit aber Genießen eine Kunst! Als ich diesen Titel laß, habe ich mich sehr auf das Kochbuch vom gefeierten Spitzenkoch Franz Fuiko aus Österreich gefreut.

Gleich zu Beginn schreibt Franz Fuiko, dass wenn es nach ihm ginge, die Menschen mehr als die durchschnittlichen 100 Minuten am Tag für Essen und Trinken erübrigen sollten. Denn diese Genusszeiten seien auch die Auszeiten, die uns körperlich und seelisch bereichern.

Franz Fuiko betreibt sein Restaurant „Carpe Diem – Finest Fingerfood“ in der Salzburger Getreidegasse. Der Küchenchef hat sich mit seinem Team auch einen Michelin-Stern und zwei Gault-Millau-Hauben erkocht und betreibt ein Gourmetrestaurant.

Für Franz Fuiko ist bereits das Kochen ein sinnliches Erlebnis voller Leidenschaft, des Erlebens, der Kreativität und Faszination. Die Begriffe „Finest Fingerfood“ im Restaurant Titel versprechen, ausgefallene Ideen für Vorspeisen. Der Spitzenkoch serviert Lachstartar oder Beeftartar in kleinen Cones (Eiswaffeln) aufrecht in raffinierten Tellern, oder kleine Chickenwings auf Maiscreme, Langustinos auf Erbsen-Minze-Creme, kleine Burger mit selbstgemachtem Ketchup usw..

Das Thema Fingerfood ist zwar ein Aufhänger im Titel, aber Fingerfood ist nicht der Hauptbestandteil dieses Kochbuches. Das Kochbuch enthält Rezepte für allerlei Speisen von Suppe, über Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, Fleisch, Wild bis hin zu Nachspeisen und Getränken. Ob Spargelsuppe auf Lachs, Flusskrebse mit Melone und Schafskäse, Hummer mit rote Beete, Dorade mit Couscous und Macadamianüssen, Lammrücken mit Cocobohnencreme, Kalbskotelett mit Zucchini, Coq au Vin mit Taube, Rehrücken mit Muscovadostreusel oder Steirisches Wurzelfleisch, die Zutaten sind bekannt, aber die Kompositionen sind einzigartig. Man merkt, dass Franz Fuiko sehr gerne in seiner Küche ist und neue Rezepturen ausprobiert. Die Fotos lassen seine Leidenschaft und Liebe zu Kochen nur erahnen.

Das Kochbuch ist in gewohnt ausgezeichneter Verarbeitung, Bindung und wunderschönem Druck von Collection Rolf Heyne Verlag verlegt worden und ist wunderschön anzusehen. Die geschmackvollen ganzseitigen Illustrationen und schönen klaren Food-Fotos machen Lust auf die sinnliche Küche von Franz Fuiko. Die Fotos zeigen wahre Kunstgemälde auf dem Teller; großformatig auf die Doppelseiten verteilt, vermitteln sie den Eindruck, als ob die Rezepte und Teller nebeneinander auf dem Tisch stünden. Franz Fuiko versteht es sehr gut, seine Speisen kunstvoll anzurichten. Man traut sich kaum, diese wunderschönen Gemälde anzurühren. Mit jedem Umblättern der schönen Seiten wuchs meine Bewunderung für diese hohe Kochkunst.

Das Kochbuch ist klassisch aufgebaut nach Vorspeisen, Hauptspeisen und Desserts, wobei jeder Kapitel noch in weitere Unterkapitel aufgeteilt ist. So sind die Vorspeisen aufgeteilt in: Cones, Suppen, Fisch und Meeresfrüchte und Fleisch. Die Hauptspeisen sind ebenfalls weiter detailliert aufgelistet: Pasta, Reis und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte sowie Fleisch. Nach den Desserts ist ein Kapitel den Cocktails gewidmet. Den Schluss bildet ein Kapitel mit Grundrezepten, Glossar und Rezeptregister. Die Grundrezepte am Ende des Kochbuches für die verschiedenen Fonds und Saucen sind sehr hilfreich, weil Franz Fuiko für die Garnitur und zum Abschmecken viele dieser Rezepte verwendet. Sehr schön finde ich die Idee, ein Dankeschön in Form von Fotos zu verfassen. Denn Franz Fuiko bedankt sich bei seinem Team und stellt sie vor.

Die großen Kapitel werden mit kleinen Informationstexten eingeleitet. Zum Teil hat der Autor auch handschriftliche Tipps auf die Seiten mit Illustrationen notiert, was sehr schön und persönlich aussieht.

Wenn man sein Blick von den Fotos endlich auf die Rezepte schweifen lässt, fallen einem die langen Zutatenlisten und Zubereitungsschritte auf, die im ersten Moment etwas abschreckend wirken. Jedes Dekorationselement wie Sauce, Sud, Chip, Creme, Schaum, Blüten oder Kräuter werden detailliert aufgelistet und beschrieben. Wenn man sich aber ruhig an die Arbeit macht, gelassen die Zutaten sich zurecht legt, dann gehen die Schritte doch recht zügig von der Hand. Wie mit vielen Dingen ist das Kochen nach Frank Fuiko eine Einstellungssache, es braucht etwas Überwindung. Der Genuss ist aber garantiert.

Traurig war ich, als ich die Vorspeisen mit den „Cones“ machen wollte und kein Rezept für die Cones fand. Leider teilt der Autor seine Bezugsquellen nicht mit uns, so dass diese Vorspeisen seinen besonderen Reiz schnell verlieren. Natürlich finden sich auch ein paar Rezepte, in denen Goldpulver oder Blattgold zur Verzierung verwendet werden, aber das ist in Gourmetrestaurants schon fast normal. Dann fiel mir aber auch auf, dass der Autor Zutaten wie Joghurtpulver, Milchpulver, Trockeneiweiß oder Lecite verwendet. Als Profikoch verwendet Franz Fuiko auch verschiedene Geliermittel (Pektin, Gelatine, Agar-Agar, Gellan, Xanthan) oder Zuckeralternativen (wie unter Anderem Läuterzucker, Fondant, Trimoline, Glukose). In einer Profiküche wie in seinem Restaurant werden diese speziellen Zutaten auch täglich verwendet, aber wie sieht es in einem normalen Haushalt aus? In meiner Küche sind nicht alle diese Zutaten vorrätig. Ich verwende auch alternativ Pektin oder Agar-Agar als Geliermittel und verwende gerne verschiedenen Zuckersorte, aber Joghurt- oder Milchpulver oder Trockeneiweiß oder Lecite habe ich noch nicht verwendet. Franz Fuiko legt uns in seiner Einleitung nahe, dass wir einfach improvisieren sollen und die Zutaten verwenden sollen, die wir bekommen können. Goldverzierungen kann ich weglassen, Zucker kann ich auswählen, aber wie ersetze ich Joghurt- oder Milchpulver, Trockeneiweiß oder Lecite?

Für den finalen Durchgang nahm ich das Buch noch einmal in die Hand. Diesmal ging es um den Normalhaushalt und die Alltagstauglichkeit der Rezepte. Insbesondere bei den Nachspeisen sind viele Komponenten für die hübschen Teller notwendig. Hier könnte ich mir vorstellen, nur einzelne Rezepte zuzubereiten: Ein Beispiel: Franz Fuiko serviert seine Creme Brulee mit Ananasgranite, Ananaschip, Ananas-Curry-Ragout, Zitronengrasgelee, Glasnudeln und Ananasblättern. Ein anderes Beispiel: Ein warmer Topfenkuchen auf Reiswaffel mit Akazienhonigeis, Mohn-Pfeffer-Hippe, Blutorangenragout, Vanilleschaum garniert mit flüssiger weißer Schokolade, essbaren Blüten und goldfarbenen Zuckerperlen. Mir würde wahrscheinlich der Kuchen schon genügen oder das Akazienhonigeis mit Blutorangenragout. Aber als ich drei verschiedene Geliermittel für die Zubereitung eines Desserts gelesen habe, musste ich doch inne halten.

Die Beurteilung ist mir diesmal sehr schwer gefallen. Die Speisen sind köstlich und wenn man sich darauf einlässt und sich die notwendige Zeit nimmt, kann man mit diesem Kochbuch das Genießen neu entdecken. Immer wieder sagte ich mir, dass ich auch für einen einfachen Apfel- oder Käsekuchen einen Teig, eine Füllung und eventuell noch eine Garnitur zubereiten muss. Auf der anderen Seite werden solche Bücher sehr gerne angesehen, aber am Ende doch nicht benutzt, weil die Zutaten und Zubereitungsschritte über mehrere Seiten gehen. Deshalb habe ich bezüglich der Alltagstauglichkeit dieses Kochbuches bedenken. Es ist eher ein Kochbuch für Genussmenschen, die keine Scheu davor haben, die notwendige Zeit aufzuwenden; die bereits das Vorhaben etwas aus diesem Kochbuch zu kochen zu einem Event machen und das Kochen und Genießen zu einem Erlebnis werden lassen. Für diese Genussmenschen ist das ein ganz besonderes Kochbuch-Erlebnis.

Für meine Rezension wollte ich natürlich auch ein paar Rezepte ausprobieren. Nach mehrmaligem Durchblättern und Lesen der Rezepte war für mich klar, dass ich diese Kunst zu Hause nicht auf die Teller zaubern kann. Mir stellte sich recht bald die Frage, wie lange ich bereit bin, für ein Menü in der Küche zu stehen? Schließlich entschied ich mich für meine Rezension ein Hauptgericht zum Familienfest zu kochen: Lammrücken mit Couscous, Auberginenmousse, Tomatenmarmelade und Pinienkerncreme. Beim Kochen war ich sehr positiv überrascht, wie schnell die einzelnen Komponenten zubereitet waren. Meine Gäste waren begeistert und ich habe diesen Teller noch ein paar mal nach gekocht. Die Rezepte sind für die angegebene Personenzahl gut bemessen und das Resultat ist himmlisch.

Lammkarree1Lammkaree3-BeilagenLammkrone mit Couscous, Auberginenmousse, Tomatenmarmelade und Pinienkerncreme: Das Lamm war einfach sehr zart und lecker. Die Beilagen wirken vielleicht etwas wenig auf dem Teller, aber sie sind sehr gut portioniert und man braucht wirklich nicht mehr. Nur das Auberginenmousse war großzügiger bemessen. Es hat allen sehr gut geschmeckt und wird bei uns auf jeden Fall wiederholt. Sehr zu empfehlen.

****: Hier wird die Kunst zu Genießen neu definiert. Dies ist kein Buch für den normalen Alltag. Es ist vielmehr ein Kochbuch der besonderen Art für alle Genussmenschen, die keine Zeit, Aufwand und Hingabe scheuen, das Kochen und Genießen zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Wunderschöne Fotos vermitteln die sinnliche und leidenschaftliche Küche von Franz Fuiko.

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