Zitronentarte – Limonlu Tart

Vor ein paar Wochen hat mich Claudia (dinnerumacht) mit wunderschönen Meyer-Zitronen überrascht. Zwar hatte ich viel darüber auf anderen Blogs gelesen, aber noch keine auf unserem Bauernmarkt bekommen können. So war die Freude sehr groß :) :) :) Danke dir Claudia!

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Meyer Zitronen sehen eigentlich aus wie zu klein geratene Orangen in der Form von Zitronen, schmecken lieblich orange-zitronig und haben eine sehr dünne aromatische Schale. Als ich begann die Schale der Früchte abzureiben, hüllte sich die Küche in eine wunderbare zitronen-orangen Aroma-Wolke. So beschloss ich ein Rezept wieder herauszuholen, dass mindestens 20 Jahre in meiner Sammlung ruhte: Zitronentarte. Sowohl für den Mürbteigboden als auch für die Füllung wollte ich Zest und Saft der schönen Meyer-Zitronen nutzen.

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Der Kuchen ist schön fruchtig und cremig. Im englischen Sprachraum wird für die Füllung häufig Creme Double benutzt, aber für diesen Kuchen verwende ich nur Süßrahmbutter. Der Boden ist ein einfacher Mürbteig mit Zitronenaroma.

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Die Sonne schien mit dem strahlend gelben Kuchen fast um die Wette und wir genossen diesen frisch-cremig-zitronigen Kuchen zum Nachmittagstee. Ein perfekter Tag! Guten Appetit! Afiyet olsun!

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Lamm Kebab – Tandır/Fırın Kebab

Der Sufimeister Celaleddin Rumi hat in der mittelanatolische Stadt Konya seine Spuren hinterlassen. Die Einheimischen nennen ihn Mevlana, was soviel bedeutet wie “unser Geistlicher”. Das Museum ist zentral gelegen und bildet zugleich das Wahrzeichen der Stadt. Die Tanzenden Derwische sind in der ganzen Welt bekannt.

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Das frühere Kloster des Sufimeisters Cemaleddin Rumi vom Mevlevi-Orden liegt gleich neben einer großen Moschee in Konya. Im Innenhof duftet ein wunderschöner Rosengarten zu gegebener Zeit, ansonsten befinden sich mehrere Brunnen und schaffen eine schöne Atmosphäre. Das Museum liegt an einem großen Platz, der von vier belebten Straßen umzingelt ist, aber der Lärm scheint an den Mauern entlangzugleiten, ohne sich hinein zu wagen.

Am Eingang und an den Gräbern stehen Verse von Mevlana. Mein Lieblingsvers von Rumi ist auch darunter: „Egal wer du bist, woher du kommst, unsere Türen sind für dich geöffnet“.

Die Gräber sind bedeckt mit schönen bestickten oder gewebten Stoffen. Im gedämpften Licht glänzen die Gold- und Silberstickereien. Die mittlere, größte Kuppel ist mit unzähligen kleinen ausgehauenen Quadern verziert. In den vielen kleinen Gebäuden innerhalb der Museumsmauern kann man antike Buchseiten, Musikinstrumente und Gebrauchsgegenstände bewundern.

Um diese kleine “Museumsinsel” liegen die beliebtesten Lokale mit den beliebtesten Speisen dieser Region. Ein Muss für jeden Konya-Besucher sind die “Etli Ekmek (lange dünne Pide mit Fleischfüllung, eine große Ausgabe von Lahmacun) und Tandır/Fırın Kebab (Lammfleisch aus dem Steinbackofen)”. Letzteres ist unser Ziel nach einem Besuch bei Mevlana. Das Beste, Beliebteste und Bekannteste Lokal für “Tandır Kebab” befindet sich etwas versteckt in einer Seitengasse. Aber falls man dort kein Glück hat, es gibt noch eine Zweigstelle im Stadteil Meram.

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Der leidenschaftliche Koch Hacı Şükrü gründete das Lokal in der Altstadt 1907. Der Familienbetrieb wird mittlerweile von seinen Enkeln und Urenkeln erfolgreich in alter Tradition weitergeführt. Das Restaurant ist ein typisches einheimisches Familienlokal mit praktischen Tischen und bequemen Stühlen. Überall hängen die vielen Auszeichnungen und Bilder mit berühmten Besuchern.

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Das Fleisch zergeht richtig auf der Zunge und wird nur auf dünnem Pide serviert. Die Gäste entscheiden wieviel Fleisch sie auf ihrem Pide wollen, danach richten sich auch die Preise. Dazu werden je nach Jahreszeit Salate und eingelegtes Gemüse gereicht und natürlich Zwiebeln. Letzteres ist ein Muss als Beilage bei Fleischgerichten in Konya.

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Wir waren im Januar dort und haben einen Wintersalat, rohe Zwiebeln, rote Chilidip und eingelegte Chilis als Beilage bekommen.

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Natürlich habe ich versucht, das Geheimnis zu erfahren. Der Geschäftsführer war sehr freundlich und nahm Platz und erklärte mir, wie sie vorgehen. Ganz wichtig sei natürlich das Fleisch. Sie verwenden nur “Merinos Schafe” aus einer Züchtung aus der Region. Andere Tiere kommen nicht in ihre Töpfe. Sie verwenden auch am Liebsten nur die Lammschulter und Filetstücke von männlichen Tieren!!! Das sei das A und O! Das Fleisch werde nur einfach mariniert und gewürzt und langsam in Kupferschalen im Steinofen gegart, dass mit Eichenholz geheizt werde. Je nach Alter des Tieres brauche das Lammfleisch etwa 3-3,5 Stunden, männliche Schafe etwa 4-5 Stunden und weibliche Schafe 6-7 Stunden. Das Fleisch gare nur im eigenen Saft und Fett. Das Fleisch werde während des Garprozesses immer wieder mit dem eigenen Fett übergossen und gewendet. Zum Servieren wird das Fleisch zerflückt und aufs Brot gelegt und leicht mit eigenem Fett bzw. mit der Bratensauce aus dem Topf begossen, damit das Fleisch nicht austrocknet. Aus 3 kg rohem Fleisch bliebe zum Schluss nur 1 kg Braten zum Servieren. Die Köche fangen dafür schon sehr früh am Morgen an, damit bis zum zeitigen Mittag um 11 Uhr die ersten Portionen fertig seien.

In der Einfachheit liegt das Geheimnis! Guten Appetit! Afiyet olsun!

Adresse: HACI ŞÜKRÜ FIRIN KEBAP SALONU, Devricedid mahallesi Cemsultan caddesi No:327/A (Maliye Sarayı civarı, Adalhan Karşısı) Selçuklu / KONYA, Telefon: +90-332 352 76 23 oder im Stadtteil Meram: Yorgancı Mah, Dutlu Cad. 42090 Meram-Konya, Telefon +90 332 325 2829

Für das Rezept:

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Getürkte Schnitzel für die “Schnitzeljagd”

Schnitzeljagd

Blogevent SchnitzeljagdAls Peter zur “Schnitzeljagd” aufrief, dachte ich nur: “Was kann ich dazu beitragen?”

Wie ein Schicksalswink kündigte mein Bruder seinen Besuch an. Sein Schlusssatz lautete: „Abla (türkisch für „große Schwester“) kannst du mir Schnitzel mit Kartoffelecken und deiner Tomatensauce machen?“ Hmhh! Das war mein Startschuss ;)

Wir genießen den Luxus, einen tollen Metzger in unserer Nähe zu haben, der auch Kalb- und Lammfleisch im Sortiment hat und ich verwende am Liebsten Kalbfleisch für unsere Schnitzel.

Im Laufe der Jahre habe ich “dank vieler Fernsehshows” mit Berühmtheiten wie Schuhbeck, Lafer und Lanz sehr viel über das “perfekt gebratene Schnitzel” gelernt: Fleisch schön anklopfen, panieren und schwimmend in Fett am Besten Butterschmalz braten. Pfanne hin und her schütteln nicht vergessen, und schön immer das heiße Fett über die Schnitzel löffeln. ;)

Selbstverständlich habe ich das Rezept etwas getürkt und würze die Schnitzel mit Piment, Sesamsamen und Chiliflocken. Dazu serviere ich Kartoffelecken aus dem Backofen und meine süß-scharfe Tomatensauce.

Piment!! Sesam!! Pulbiber!! So ein Schmarrn!!! Das kann doch nicht schmecken! Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden ;)

Dank der knusprigen Panade bleibt das Fleisch schön saftig. Die Tomaten werden mit den Gewürzen im Backofen gegart, dann püriert und durch ein Sieb passiert. Die Kartoffeln schmecken saftiger, wenn man sie kurz vorkocht und dann im Backofen golden bäckt. Guten Appetit! Afiyet olsun!

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Das Andenken einer Tasse Tee währt 40 Jahre. – Bir bardak çayın 40 yıl hatırı vardır.

Kaum bin ich gelandet, lächle ich über das ganze Gesicht in aufgeregter Spannung auf meine Familie und Freunde, die gekommen sind, um mich abzuholen. Ich kann es kaum erwarten, sie in die Arme zu schließen und ganz fest zu drücken. Da stehen sie, meine deutsche und türkische Familie. Egal von wo wir kommen und egal, ob wir zu Besuch in Deutschland Richtung Norden fahren oder in die Türkei fliegen, sie holen uns ab. Und jedes Mal vergehen die Tage und Wochen wie ein Wimpernschlag. Ganz gleich ob wir nur übers Wochenende da sind oder gar den Sommer mit ihnen verweilen, immer ist es zu kurz. Die Freunde und Bekannte kommen ebenfalls vorbei und gehen mit den Worten “bevor du gehst, kommt du wenigstens auf ein Tee vorbei, ja?”

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Tee ist unser Nationalgetränk! Jeder, der etwas Anderes behauptet, war noch nicht richtig bei Türken. Bei uns schläft die Kanne nie. Für eine Tasse Tee muss man sich einfach Zeit nehmen. Das Einkaufen in der Türkei ist ein Genuss, sobald man in einen Laden hineinspaziert, wird einem ein Sitzplatz und ein Glas Tee angeboten.

Vielleicht liegt das auch daran, dass wir für unsere türkische Teezeremonie etwas Zeit nehmen müssen, damit nehmen wir uns auch mehr Zeit für unser Besuch. Schließlich muss der Samovar aufgebaut werden, das Wasser muss gut “ausgekocht” werden und der Tee braucht Zuspuch und Zeit, um sich besser zu entfalten. Das geht nicht so einfach und schnell schnell. Der Tee muss gut und ruhig ziehen, damit er klar und rot-gold im Glas schimmert.

Ich liebe Tee und es ist für mich immer schwierig, die kleinen Teeeinladungen von Freunden und Bekannten zu übergehen. Es kann sogar vorkommen, dass ich kurz vor der Abfahrt zum Flughafen noch zu einem Tee bei einer Freundin kurz hereinstolpere.

Bei unserem letzten Türkeibesuch haben wir eine sehr nette Familie kennengelernt und die Dame des Hauses hat uns so oft zum Tee eingeladen, dass wir am Tag vor unserer Abreise noch kurz bei Ihr geklopft haben. Sie war so glücklich und strahlte über das ganze Gesicht, wir hatten uns Zeit für sie genommen. Sie rief sofort ihren Ehemann und Sohn an, die prompt das Geschäft früher schlossen, um auch zum Tee zu kommen. Sie lief in die Küche, um den Tee aufzusetzen. Wir beschlossen kurzerhand auch in die Küche zu gehen, um ihr zu helfen und zumindest bei ihr zu sein, so lange sie den Tee zubereitete. Mit dem Schritt in die Küche hatten wir natürlich alle existierenen Formalitäten über Board geschmissen :)

Eigentlich wollte sie ja, den Tisch im Salon so toll decken und für uns Backen und Kochen, aber dafür war ja nun keine Zeit. Also setzten wir uns alle gemeinsam an den Küchentisch. Ihr Ehemann und Sohn kamen auch in die Küche. Und sie wirbelte. Denn “Çay vakti -Teatime” auf türkisch heißt auch “Alles auf den Tisch stellen, was die Schränke so hergeben” und seht selbst, wie vielfältig dass bei einem kurzen spontanen Tee sein kann.

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Ich weiß nicht so recht, wie lange wir dort saßen. Wir plauderten locker und gemütlich und lernten mit jeder Tasse uns näher kennen und lieben. In der Türkei sagen wir: mit der ersten Tasse, lernen wir uns kennen, mit der zweiten werden wir Freunde und ab der dritten Tasse gehörst du zur Familie. Unsere Familie wächst. Das nächste Mal muss ich noch an eine weitere Tür klopfen. Schließlich heißt ein anderer Spruch, die die Türkei prägt: “Bir fincan kahvenin kırk yıl hatırı vardır. – Das Andenken einer Tasse Mokka währt 40 Jahre.”. Das gilt natürlich auch für “Çay – Tee” :) in diesem Sinne, hoch die Tassen und afiyet olsun!

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Rezension: “Kürbis. 120 geniale Rezeptideen” von Maria Wurzer, Löwenzahn Verlag 2014

Titelbild„Kürbis, 120 geniale Rezeptideen“ von Maria Wurzer, erschienen im Löwenzahn Verlag 2014

*****Fünf Sterne: Ein Muss für alle Kürbisliebhaber. Die Autorin zeigt uns leckere Rezepte, die sie neu interpretiert oder kreiert hat. Ob herzhaft oder süß, ob alltäglich oder festlich, Kürbis und Kürbiskerne sind sehr vielseitig einsetzbar. Dieses Kochbuch ist auch für Vegetarier sehr zu empfehlen.

Die Autorin Maria Wurzer betreibt mit ihrem Ehemann seit 25 Jahren eine Kürbisfarm eingebettet in die sanften Hügel des Mostviertels in Niederösterreich. Kein Wunder also, dass gerade sie dieses Kochbuch schreiben musste. Sie kennt ihre Kürbisse mit allen Vorlieben und Eigenheiten und bereitet sie sehr gerne für Ihre Familie, Freunde und Gäste zu.

Die Autorin widmet sich erst der Warenkunde von Kürbis. Wir erfahren das der Speisekürbis wie viele schöne Dinge aus Mittel- und Südamerika kommt, wo er seit 12000 Jahren kultiviert wird. Mit Christoph Kolumbus kamen die ersten Sorten und Samen nach Europa. Insbesondere am Mittelmeer bereitete sich diese Frucht schnell aus. Der Kürbis war eine willkommene Abwechslung im Speiseplan. Vom Mittelmeer aus bereiteten sich verschiedene Sorten von Kürbis in die ganze Welt aus. Ende des 20. Jahrhunderts kam der Hokkaidokürbis aus Japan auf die deutschen Märkte und ab da stieg die Nachfrage nach anderen Kürbissorten als dem gemeinen Gartenkürbis, der viel zu häufig als Tierfutter diente.

Kürbisse sind nicht nur lecker und vielseitig einsetzbar, sie sind auch sehr gesund. Beim Lesen erfahre ich auch, dass der Kürbis hohen Gehalt an Wasser, Ballaststoffen und Kalium hat und deshalb entwässernd und entgiftend wirkt. Maria Wurzer führt die verschiedenen gesundheitlichen Aspekte aus.

Die Autorin beschreibt die beliebtesten Kürbissorten und wie man diese am Besten behandelt und zubereitet. Ein paar der Sorten waren mir bekannt, aber zum Beispiel den „roten Zentner“ oder den „langen Nepal“ kannte ich noch nicht. Anschließend gibt die Autorin Tipps zum Anbau im eigenen Garten und Lagerung.
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Fruchtiger Reissalat – Meyveli Pirinç Salatası

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Seit einigen Jahren verfolge ich das Phänomen der Food-Blooger. Viele leidenschaftliche Genießer schreiben über das Kochen, das Backen und vor allem über das Genießen. Sie berichten von Märkten, Restaurants, Events und Hotels. Sie kochen und teilen mit uns ihre Rezepte und Erfahrungen. Wir bekommen wunderbare Berichte mit einladenden und wunderschönen Photos. Sie sind ein Genuß! Das Faszinierende dabei sind die neuen Ideen und die Kreativität dieser Blogger. Sie sammeln die Besten Zutaten aus der ganzen Welt in ihren Küchen, sie bestellen die qualitativ schönsten Früchte und beste Zutaten: Orangen aus Spanien, Trüffeln aus Italien, Schokolade aus Frankreich, Gewürze aus Übersee und Backzutaten aus der Mühle. Die Titel für die Gerichte sind ausführlicher als gewöhnlich und klingen so schön wie ein Gedicht. Schon beim Lesen der Titel läuft mir häufig das Wasser im Munde zusammen. Man spürt die Leidenschaft und Hingabe und ist zugleich Feuer und Flamme und liest den Bericht bis zum Ende. Diese Blogger verändern mit ihren Artikeln die Kochszene. Die Küchenchefs staunen nicht schlecht, was diese Hobbyköche und Vollblutgenießer so Alles zaubern können.

Das Schönste für mich an diesem Food-Blogger-Phänomen ist, dass sie über den Tellerrand hinausschauen; dass sie sich für die Welt der verschiedenen Küchen und Zutaten öffnen und unerschrocken kombinieren und die ganze Welt in ihre Küchen holen! Herzlichen Dank! Ihr seid großartig!

Die Inspiration für das Gericht heute kommt aus Indien, die Granatäpfel aus der Türkei, die Weintrauben aus Italien, die Tomaten aus Spanien und die Gurken aus der Region und weil ich ihn so entwickelt habe, gebe ich dem Salat noch einen zusätzlichen türkischen Namen. Die Welt in meiner-unserer Küche! Ganz nach dem Motto: Wir kochen, wir backen, wir genießen, wir schreiben über unsere wunderschöne und bunte Welt und teilen sie gerne mit EUCH!

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein gesundes und genussvolles Jahr 2015! Guten Appetit! Afiyet olsun!

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Teigtaschen mit Käsefüllung aus der Pfanne — Çiğ Börek

Diese Teigtaschen heißen übersetzt “rohe Teigtaschen – Çiğ börek”. Nicht weil sie roh gegessen werden, sondern weil die Füllung nicht vorgegart wird. Die Füllung wird beim Ausbacken der Teigtaschen im heißen Fett durch den heißen Dampf, der sich beim Backen im innern der Teigtaschen bildet, gegart.

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Um bei der Wahrheit zu bleiben, die Bezeichnung “Çiğ Börek” ist in Anlehnung an die ursprüngliche Bezeichnung von den Krimtartaren “Tscheburek” zurückzuführen, die auch für die ursprüngliche Kreation — Teigtaschen mit rohem Hackfleisch gefüllt und frittiert — verantwortlich sind. In Anatolien haben sich in der Geschichte viele Krimtartaren niedergelassen, so dass diese Teigtaschen seit Jahrhunderten zum alltäglichen Leben dort gehören.

Ich stelle mir gerne vor, wie vor Jahrhunderten Reisende durch Anatolien diese einfachen aber köstlichen Teigtaschen serviert bekommen haben. Wie sie die Rezepte in die Welt weitergetragen und überall erzählt haben, dass sie einmal mitten in der Türkei diese leckeren Teigtaschen genossen haben. Ich stelle mir vor, wie die Rezepte von Hand zu Hand wandern und schließlich ihren Weg in die osmanischen Palastküchen finden. Ich liebe die Vorstellung, dass der Chefkoch diese Teigtaschen eines Abends dem Sultan mit einem schön gekühltem süßen Rosengetränk als Mitternachtsnack serviert. Der muss ganz schön geguckt haben, als ihm sein Chefkoch diese knusprig gebratenen Teigtaschen mit einem Getränk aufgetragen hat, nach dem Motto “Spinnt der Koch jetzt völlig, die Kammern sind voll mit leckeren Früchten, Nüssen und allerlei exotischen Köstlichkeiten und der bringt mir dieses gebratene Brot mit Scherbet!”. Dann kostet der Sultan diese knusprig gebratenen Teiglinge, es knistert bei jedem Biss, die knusprige Teigkruste vermengt sich himmlisch mit der Füllung und das gut gekühlte Rosengetränk rundet den Geschmack ab. Der Sultan schließt die Augen und genießt diese Wohlfühl-Speise. Damit wird eine neue Tradition für Mitternachtsnacks im Palast geboren ;) :) :) :)

Historisch gesehen war die Kochkunst schon immer eine Männerdomäne — außer hinter dem heimischen Herd, die hauptsächlich für die Frauen vorgesehen war. Vielleicht haben Sie von den vielen Spezialitäten-Küchen im Zeitalter der osmanischen Sultane gehört oder davon gelesen oder gar den Palast in Istanbul besichtigt?! Die Männer dominierten die bezahlten Kochberufe und sie spezialisierten sich auf bestimmte Speisen und bereiteten diese eine Speise Tag ein und Tag aus jahrzehntelang auf die gleiche Art zu. Und “Çiğ Börek” waren für sie “Teigtaschen, die mit rohem gewürzten Hackfleisch gefüllt und anschließend in Fett ausgebacken werden”. Punkt, Schluss, Aus.

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Auch heute noch (egal wohin Sie in der Türkei reisen), überall werden diese Speisen in den Restaurants genau so wie vor Jahrhunderten zubereitet und serviert, keinerlei Änderungen weder für den Teig noch die Füllung. Aber wer konnte sich schon Hackfleisch für eine alltägliche Speise leisten?! So brachten die Frauen wieder alles durcheinander, knabberten an den altehrwürdigen Rezepten und wandelten ab. Sie füllten die Teigtaschen mit rohem Gemüse, verschiedenen Käsesorten oder mit ganz vielen Zwiebeln und Kräutern und backten sie in Fett aus. Lecker! Eine kleine Revolution in den Küchen, yeah! ;) So ist heute der Begriff “Çiğ Börek” eine sehr dehnbare Bezeichnung.

Beliebt ist auch die Variante ohne Füllung, dazu wird der Teig nur etwas auseinandergezogen, in Fett ausgebacken und mit Zucker bestreut serviert. Letzteres machte meine Mutter sehr oft an Donnerstagen und verteilte diese an alle Nachbarn. Warum an Donnerstagen, nun das ist eine andere Geschichte.

Ich wünsche Euch einen guten Appetit! Afiyet olsun! Continue reading

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Gemüse im Pergamentpapier – Kağıtta Sebze

Ein beliebtes Spiel mit meinen kleinen Nichten ist, das Verstecken hinter einem Stuhl oder hinter den eigenen Handflächen und das überraschende öffnen und sich zeigen mit dem Ausspruch:”Kuck Kuck!”. Sie strahlen mich jedesmal mit leuchtenden Augen an und wir spielen dieses Spiel gefühlte Stunden und irgendwann vertecken sie sich selbst hinter einem Stuhl und rufen zaghaft:”kuck kuck!” Eine Einladung, die ich natürlich nicht ausschlagen kann :)
Die Liebe für derart Versteckspiele zeigen wir auch in der Küche und verstecken gerne Zutaten im Teig oder mit Weinblättern oder in Mangold oder in Kohl oder ganz einfach im Pergamentpapier. So scheint auch dieses Gericht leise und zaghaft “kuck kuck” zu rufen und läd uns zum Genießen ein :)

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Das Gemüse wird klein geschnitten und in einer Schüssel mit Olivenöl und Gewürzen vermengt, in Pergamentpapier eingewickelt und gebacken. Einfach genial und köstlich! Nur Vorsicht beim Öffnen des Pergamentpapiers, weil heißer Dampf ausströmt! Ein Genuss als eine leichte vegetarische Mahlzeit mit einem kleinen Salat! Guten Appetit! Afiyet olsun!

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Rezension: “Mediterran Geniessen. Verwöhnrezepte rund ums Mittelmeer” von Cornelia Schinharl, Kosmos Verlag

Titelfoto“Mediterran Geniessen. Verwöhnrezepte rund ums Mittelmeer”, von Cornelia Schinharl,Kosmos Verlag 2013

Fazit: **** Ein schönes und praktisches Kochbuch für Mittelmeer-Interessierte Kochbuch-Anfänger mit Rezepten hauptsächlich aus Italien, Frankreich und Spanien. Das Kochbuch weckt mit 132 wunderbaren mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzten Fotos die Sehnsucht, gleich ans Mittelmeer zu fahren oder zumindest die abgebildeten Speisen zu Hause nachzukochen.

Die Autorin Cornelia Schinharl ist eine erfolgreiche und bekannte Kochbuchautorin, die über 50 Kochbücher veröffentlicht und verschiedene Auszeichnungen erhalten hat, darunter acht Silbermedaillen der Gastronomischen Akademie Deutschlands und einen World Cookbook Award.

Das Kochbuch „mediterran Geniessen“ hat mich sehr neugierig gemacht. Es ist ein etwas breites Paperback-Kochbuch mit wunderschönen Bildern, die vom Foodstylisten Sven Dittmann, der Floristin Maria Gilg und dem Fotografen Alexander Walter sehr stimmig und mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt wurden. Die Fotos machen einfach Lust die Koffer zu packen und in den Süden zu fliegen oder zumindest in die Küche zu gehen und in Erinnerung an den letzten Urlaub, Köstlichkeiten auf den Tisch zu zaubern.

Das Kochbuch ist klassisch aufgeteilt und beginnt wie es sich das für Mittelmeer gehört mit „Tapas, Antipasti und Meze“. Danach folgen Kapitel zu Suppen, Pasta&Reis, Gemüse, Fisch&Meeresfrüchte, Fleisch&Geflügel, Desserts. Als Anhang finden wir sowohl ein alphabetisches Rezeptregister als auch ein Rezeptregister nach Ländern geordnet.

Ihre Einleitung beginnt die Autorin mit einem Vers von Goethe: „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, im dunklen Laub die Gold-Orangen glühn, ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, die Myrte still und hoch der Lorbeer steht, kennst du es wohl? Dahin, dahin möchte ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.

Cornelia Schinharl möchte uns in diese Sehnsuchtsküchen am Mittelmeer entführen, in die Küchen der schlichten aber köstlichen Speisen der verschiedenen Regionen am Mittelmeer. Sie will uns die Frische und Vielfältigkeit dieser Küchen näher bringen. Die verschiedenen Kapitel leitet sie mit doppelseitigen Texten ein und schreibt etwas ausführlicher zu folgenden Themen: Gemüse, Brot, Käse, Gewürze, Kräuter, Fische und Meerestiere, Olivenöl und Getränke. Darüber hinaus hat sie sich die Zeit genommen, einige Regionen speziell einzuführen: Spanien, Frankreich, Italien, Orient, Türkei und Griechenland.

Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut – links die Zutaten und rechts die Zubereitungsschritte. Die Anleitungen sind klar und verständlich. Schön finde ich auch, dass die Autorin den Zeitbedarf angibt und Varianten zum Grundrezept weitergibt.

Dieses Kochbuch ist eine schöne Zusammenstellung von 113 beliebten und bekannten Rezepten aus den Küchen der Länder am Mittelmeer. So finden sie beliebte italienische, spanische, französische, türkische und griechische Rezepte, die sie irgendwann mal im Urlaub genossen haben. Daneben haben auch Exoten wie Falafel, Labaneh (Frischkäsebällchen), Kibbeh (Bulgurfrikadellen), Türkische Pizza mit Feta und Datteln mit Marzipanfüllung ihren Platz gefunden.

Der Hauptteil besteht aus französischen und italienischen Rezepten. Den dritten Platz mit 12 Rezepten besetzt Spanien und Schlusslicht ist Kroatien mit einem Rezept. Von Bouillabaisse über Coq au vin, Creme Brulèe, Kartoffelgratin, Ratatouille, bis Spargeltarte und Tarte Tatin finden sie alle geliebten französischen Köstlichkeiten. Genauso verhält es sich mit Italien: hier stellen sich vor die Bruschette mit Tomaten, Carpaccio, Fisch im Salzmantel, Kürbisgnocchi, Minestrone, Lasagne ganz klassisch, Panna cotta, Pasta, Pesto verde, Pizza Margherita, Ravioli mit Ricottafüllung, Saltimbocca, Tomatensuppe aus der Toscana. So könnte ich fortfahren. Zu den gewählten Ländern aus dem Mittelmeergebiet sind die beliebten Rezepte hier in einem Kochbuch versammelt.

Wenn Sie auf der Suche nach einem Kochbuch für Ihre Kinder sind, die gerade sich auf die eigenen Beine stellen, von zu Hause ausziehen und selbst sich die leckeren Genüsse kochen wollen, dann ist dieses Kochbuch das richtige Geschenk zum Einzug. Alle Anderen, die gern und viel kochen und bereits ein französisches und ein italienisches Kochbuch besitzen, werden hier viele bekannte Rezepte wieder entdecken.

Für mich war der Rezepteinhalt dieses Kochbuches etwas enttäuschend. Ich habe mir irgendwie neuere oder unbekanntere Rezepte erhofft. Auch fand ich es sehr schade, dass die ausgewählten Regionen nicht jeweils mit der gleichen Anzahl von Rezepten vertreten waren.

Für meine Rezension wollte ich natürlich auch ein paar Rezepte ausprobieren.Kroatische-FrikadellenPaprikagemüseIch habe das einzige kroatische Rezept in Andenken an meine kroatischen Freunde gewählt, dazu ein Paprikagemüse aus Spanien gekocht.

 

PfeffersteakAprikosenkuchen Natürlich musste ich auch ein französisches Rezept ausprobieren. Ich habe mich für ein Rezept entschieden, dass Männerherzen höher schlagen läßt: Pfeffersteak. Zum Nachtisch gab es eine Tarte mit Aprikosen.

 

Fazit: **** Ein schönes und praktisches Kochbuch für Mittelmeer-Interessierte Kochbuch-Anfänger mit Rezepten hauptsächlich aus Italien, Frankreich und Spanien. Das Kochbuch weckt mit 132 wunderbaren mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzten Fotos die Sehnsucht, gleich ans Mittelmeer zu fahren oder zumindest die abgebildeten Speisen zu Hause nachzukochen.

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Rezension: Carpe Diem – Genieße den Tag. Sinnlich Kochen mit Franz Fuiko, Collection Rolf Heyne Verlag

Carpe-Diem„Carpe Diem; Finest Fingerfood: Geniesse den Tag. Sinnlich Kochen mit Franz Fuiko“ published 2014 by Collection Rolf Heyne Verlag

****: Hier wird die Kunst zu Genießen neu definiert. Dies ist kein Buch für den normalen Alltag. Es ist vielmehr ein Kochbuch der besonderen Art für alle Genussmenschen, die keine Zeit, Aufwand und Hingabe scheuen, das Kochen und Genießen zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Wunderschöne Fotos vermitteln die sinnliche und leidenschaftliche Küche von Franz Fuiko.

„Genieße den Tag – Carpe Diem“ ist ein schöner Vorsatz für Kochverrückte, denn Kochen ist eine Notwendigkeit aber Genießen eine Kunst! Als ich diesen Titel laß, habe ich mich sehr auf das Kochbuch vom gefeierten Spitzenkoch Franz Fuiko aus Österreich gefreut.

Gleich zu Beginn schreibt Franz Fuiko, dass wenn es nach ihm ginge, die Menschen mehr als die durchschnittlichen 100 Minuten am Tag für Essen und Trinken erübrigen sollten. Denn diese Genusszeiten seien auch die Auszeiten, die uns körperlich und seelisch bereichern.

Franz Fuiko betreibt sein Restaurant „Carpe Diem – Finest Fingerfood“ in der Salzburger Getreidegasse. Der Küchenchef hat sich mit seinem Team auch einen Michelin-Stern und zwei Gault-Millau-Hauben erkocht und betreibt ein Gourmetrestaurant.

Für Franz Fuiko ist bereits das Kochen ein sinnliches Erlebnis voller Leidenschaft, des Erlebens, der Kreativität und Faszination. Die Begriffe „Finest Fingerfood“ im Restaurant Titel versprechen, ausgefallene Ideen für Vorspeisen. Der Spitzenkoch serviert Lachstartar oder Beeftartar in kleinen Cones (Eiswaffeln) aufrecht in raffinierten Tellern, oder kleine Chickenwings auf Maiscreme, Langustinos auf Erbsen-Minze-Creme, kleine Burger mit selbstgemachtem Ketchup usw..

Das Thema Fingerfood ist zwar ein Aufhänger im Titel, aber Fingerfood ist nicht der Hauptbestandteil dieses Kochbuches. Das Kochbuch enthält Rezepte für allerlei Speisen von Suppe, über Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, Fleisch, Wild bis hin zu Nachspeisen und Getränken. Ob Spargelsuppe auf Lachs, Flusskrebse mit Melone und Schafskäse, Hummer mit rote Beete, Dorade mit Couscous und Macadamianüssen, Lammrücken mit Cocobohnencreme, Kalbskotelett mit Zucchini, Coq au Vin mit Taube, Rehrücken mit Muscovadostreusel oder Steirisches Wurzelfleisch, die Zutaten sind bekannt, aber die Kompositionen sind einzigartig. Man merkt, dass Franz Fuiko sehr gerne in seiner Küche ist und neue Rezepturen ausprobiert. Die Fotos lassen seine Leidenschaft und Liebe zu Kochen nur erahnen.

Das Kochbuch ist in gewohnt ausgezeichneter Verarbeitung, Bindung und wunderschönem Druck von Collection Rolf Heyne Verlag verlegt worden und ist wunderschön anzusehen. Die geschmackvollen ganzseitigen Illustrationen und schönen klaren Food-Fotos machen Lust auf die sinnliche Küche von Franz Fuiko. Die Fotos zeigen wahre Kunstgemälde auf dem Teller; großformatig auf die Doppelseiten verteilt, vermitteln sie den Eindruck, als ob die Rezepte und Teller nebeneinander auf dem Tisch stünden. Franz Fuiko versteht es sehr gut, seine Speisen kunstvoll anzurichten. Man traut sich kaum, diese wunderschönen Gemälde anzurühren. Mit jedem Umblättern der schönen Seiten wuchs meine Bewunderung für diese hohe Kochkunst.

Das Kochbuch ist klassisch aufgebaut nach Vorspeisen, Hauptspeisen und Desserts, wobei jeder Kapitel noch in weitere Unterkapitel aufgeteilt ist. So sind die Vorspeisen aufgeteilt in: Cones, Suppen, Fisch und Meeresfrüchte und Fleisch. Die Hauptspeisen sind ebenfalls weiter detailliert aufgelistet: Pasta, Reis und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte sowie Fleisch. Nach den Desserts ist ein Kapitel den Cocktails gewidmet. Den Schluss bildet ein Kapitel mit Grundrezepten, Glossar und Rezeptregister. Die Grundrezepte am Ende des Kochbuches für die verschiedenen Fonds und Saucen sind sehr hilfreich, weil Franz Fuiko für die Garnitur und zum Abschmecken viele dieser Rezepte verwendet. Sehr schön finde ich die Idee, ein Dankeschön in Form von Fotos zu verfassen. Denn Franz Fuiko bedankt sich bei seinem Team und stellt sie vor.

Die großen Kapitel werden mit kleinen Informationstexten eingeleitet. Zum Teil hat der Autor auch handschriftliche Tipps auf die Seiten mit Illustrationen notiert, was sehr schön und persönlich aussieht.

Wenn man sein Blick von den Fotos endlich auf die Rezepte schweifen lässt, fallen einem die langen Zutatenlisten und Zubereitungsschritte auf, die im ersten Moment etwas abschreckend wirken. Jedes Dekorationselement wie Sauce, Sud, Chip, Creme, Schaum, Blüten oder Kräuter werden detailliert aufgelistet und beschrieben. Wenn man sich aber ruhig an die Arbeit macht, gelassen die Zutaten sich zurecht legt, dann gehen die Schritte doch recht zügig von der Hand. Wie mit vielen Dingen ist das Kochen nach Frank Fuiko eine Einstellungssache, es braucht etwas Überwindung. Der Genuss ist aber garantiert.

Traurig war ich, als ich die Vorspeisen mit den „Cones“ machen wollte und kein Rezept für die Cones fand. Leider teilt der Autor seine Bezugsquellen nicht mit uns, so dass diese Vorspeisen seinen besonderen Reiz schnell verlieren. Natürlich finden sich auch ein paar Rezepte, in denen Goldpulver oder Blattgold zur Verzierung verwendet werden, aber das ist in Gourmetrestaurants schon fast normal. Dann fiel mir aber auch auf, dass der Autor Zutaten wie Joghurtpulver, Milchpulver, Trockeneiweiß oder Lecite verwendet. Als Profikoch verwendet Franz Fuiko auch verschiedene Geliermittel (Pektin, Gelatine, Agar-Agar, Gellan, Xanthan) oder Zuckeralternativen (wie unter Anderem Läuterzucker, Fondant, Trimoline, Glukose). In einer Profiküche wie in seinem Restaurant werden diese speziellen Zutaten auch täglich verwendet, aber wie sieht es in einem normalen Haushalt aus? In meiner Küche sind nicht alle diese Zutaten vorrätig. Ich verwende auch alternativ Pektin oder Agar-Agar als Geliermittel und verwende gerne verschiedenen Zuckersorte, aber Joghurt- oder Milchpulver oder Trockeneiweiß oder Lecite habe ich noch nicht verwendet. Franz Fuiko legt uns in seiner Einleitung nahe, dass wir einfach improvisieren sollen und die Zutaten verwenden sollen, die wir bekommen können. Goldverzierungen kann ich weglassen, Zucker kann ich auswählen, aber wie ersetze ich Joghurt- oder Milchpulver, Trockeneiweiß oder Lecite?

Für den finalen Durchgang nahm ich das Buch noch einmal in die Hand. Diesmal ging es um den Normalhaushalt und die Alltagstauglichkeit der Rezepte. Insbesondere bei den Nachspeisen sind viele Komponenten für die hübschen Teller notwendig. Hier könnte ich mir vorstellen, nur einzelne Rezepte zuzubereiten: Ein Beispiel: Franz Fuiko serviert seine Creme Brulee mit Ananasgranite, Ananaschip, Ananas-Curry-Ragout, Zitronengrasgelee, Glasnudeln und Ananasblättern. Ein anderes Beispiel: Ein warmer Topfenkuchen auf Reiswaffel mit Akazienhonigeis, Mohn-Pfeffer-Hippe, Blutorangenragout, Vanilleschaum garniert mit flüssiger weißer Schokolade, essbaren Blüten und goldfarbenen Zuckerperlen. Mir würde wahrscheinlich der Kuchen schon genügen oder das Akazienhonigeis mit Blutorangenragout. Aber als ich drei verschiedene Geliermittel für die Zubereitung eines Desserts gelesen habe, musste ich doch inne halten.

Die Beurteilung ist mir diesmal sehr schwer gefallen. Die Speisen sind köstlich und wenn man sich darauf einlässt und sich die notwendige Zeit nimmt, kann man mit diesem Kochbuch das Genießen neu entdecken. Immer wieder sagte ich mir, dass ich auch für einen einfachen Apfel- oder Käsekuchen einen Teig, eine Füllung und eventuell noch eine Garnitur zubereiten muss. Auf der anderen Seite werden solche Bücher sehr gerne angesehen, aber am Ende doch nicht benutzt, weil die Zutaten und Zubereitungsschritte über mehrere Seiten gehen. Deshalb habe ich bezüglich der Alltagstauglichkeit dieses Kochbuches bedenken. Es ist eher ein Kochbuch für Genussmenschen, die keine Scheu davor haben, die notwendige Zeit aufzuwenden; die bereits das Vorhaben etwas aus diesem Kochbuch zu kochen zu einem Event machen und das Kochen und Genießen zu einem Erlebnis werden lassen. Für diese Genussmenschen ist das ein ganz besonderes Kochbuch-Erlebnis.

Für meine Rezension wollte ich natürlich auch ein paar Rezepte ausprobieren. Nach mehrmaligem Durchblättern und Lesen der Rezepte war für mich klar, dass ich diese Kunst zu Hause nicht auf die Teller zaubern kann. Mir stellte sich recht bald die Frage, wie lange ich bereit bin, für ein Menü in der Küche zu stehen? Schließlich entschied ich mich für meine Rezension ein Hauptgericht zum Familienfest zu kochen: Lammrücken mit Couscous, Auberginenmousse, Tomatenmarmelade und Pinienkerncreme. Beim Kochen war ich sehr positiv überrascht, wie schnell die einzelnen Komponenten zubereitet waren. Meine Gäste waren begeistert und ich habe diesen Teller noch ein paar mal nach gekocht. Die Rezepte sind für die angegebene Personenzahl gut bemessen und das Resultat ist himmlisch.

Lammkarree1Lammkaree3-BeilagenLammkrone mit Couscous, Auberginenmousse, Tomatenmarmelade und Pinienkerncreme: Das Lamm war einfach sehr zart und lecker. Die Beilagen wirken vielleicht etwas wenig auf dem Teller, aber sie sind sehr gut portioniert und man braucht wirklich nicht mehr. Nur das Auberginenmousse war großzügiger bemessen. Es hat allen sehr gut geschmeckt und wird bei uns auf jeden Fall wiederholt. Sehr zu empfehlen.

****: Hier wird die Kunst zu Genießen neu definiert. Dies ist kein Buch für den normalen Alltag. Es ist vielmehr ein Kochbuch der besonderen Art für alle Genussmenschen, die keine Zeit, Aufwand und Hingabe scheuen, das Kochen und Genießen zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Wunderschöne Fotos vermitteln die sinnliche und leidenschaftliche Küche von Franz Fuiko.

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